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Der steinige Weg zum Erfolg - Teil II

Abigail Rook Author
Veröffentlicht von in Allgemeines · 1 Juli 2020
Tags: Marketing
Der steinige Weg zum Erfolg Teil II

 
 
Der letzte Marketingbeitrag ist jetzt zwei Wochen alt. Zeit für ein Update:
 
"Der Kafir" hat den ersten Monat des rauen Wettbewerbs um die Käufergunst recht erfolgreich überstanden. Das Buch kann sich immer noch knapp in der Top 1000 behaupten und findet jeden Tag zwischen 10 und 30 Käufer. Leider allerdings nur als eBook. Das Taschenbuch dümpelt mit 2-3 Verkäufen pro Woche dahin, aber das war zu erwarten. Der Preisunterschied ist einfach zu krass. Die 0,99€ Sonderpreisaktion für das Kindle eBook wollte ich schon Ende letzter Woche beenden, habe mich dann aber kurzfristig umentschieden. Das lag auch an einem ernüchternden Sonntag, an dem das Buch zu meinem Wunschpreis von 3,49€ angeboten wurde. Gerademal ein einziger Leser wollte so viel Geld investieren. Ich kanns ja verstehen…
 
Wir wollen beide kein Geld mit dem Schreiben verdienen. Ich habe einen sehr gut bezahlten Job und müsste schon Welt-Bestsellerautor werden, um mir ernsthaft zu überlegen, diesen an den Nagel zu hängen. Elisabeth geht noch zur Schule und ist erstaunlich illusionslos, was ihre Zukunft als Autorin betrifft. Vermutlich hat sie jetzt schon begriffen, dass Talent allein nicht reicht. Es schadet natürlich nicht, wenn man etwas Lesbares fabrizieren kann, aber das können sehr Viele. Geld, Beziehungen und Glück sind die viel entscheidenderen Faktoren.
 
Unser Ansatz ist der des steten Tropfens. Jeder Leser, der ein Buch von uns mit einem zufriedenen Nicken beendet, ist ein potenzieller Interessent für unsere anderen Werke. Natürlich würde der Effekt noch größer sein, wenn wir uns auf ein einziges Genre einigen könnten, aber das wird wohl nie passieren. Wir sind, was unsere Lesepräferenzen betrifft, sehr unterschiedlich. Selbst den kleinsten gemeinsamen Nenner unseres Geschmacks könnten wir nicht benennen. Vielleicht sind es der straffe Spannungsbogen und ein Faible für schwierige Charaktere.
 
Wie auch immer. Es werden hoffentlich noch einige Bücher folgen, denn Schreiben macht uns beiden immer noch großen Spaß. So viel Spaß, dass es auch ein bisschen was kosten darf. Ohne teure Werbemaßnahmen wäre "Der Kafir" bereits im unendlich großen Haufen der unsichtbaren Bücher gelandet. Dort, wo sich "Nichts mehr wie es war" leider schon eine Weile befindet und wo "Wintersonnenmädchen" nur durch die Listung in der Kindle Leihbibliothek NOCH nicht ist.
 
Die Gesamtausgaben für Werbung belaufen sich im Veröffentlichungsmonat von "Der Kafir" auf ca. 700 Euro. Das klingt viel, ist aber noch recht wenig. Um die Kosten durch Verkäufe wieder reinzuholen, müssten also 700x2,5 eBooks einen Käufer finden. (Die 2,5 berechnen sich aus dem 40% Anteil, den der Autor von den 0,99€ des eBooks erhält.) Zum Glück kommt noch etwas Geld über die Kindle-Leihbibliothek dazu. Aufgrund des relativen Erfolges unserer Werbeaktionen nähern wir uns dem Break-Even, also der Kostendeckung, sind aber noch weit davon entfernt, wirklich etwas am Verkauf zu verdienen.
 
Für alle Interessierten: hier unsere eigene Erfahrung bezüglich des Preis-Leistungs-Verhältnisses der verschiedenen Werbeanbieter.

 
1.       Buchdeals.de: Der Eintrag in den täglichen Newsletter kostet zwischen 40 und 60 Euro (je nach Genre). Wir haben diese Aktion zweimal gebucht. Beim ersten Mal wurden insg. ca. 55 eBooks für 1,49€ verkauft. Beim zweiten Mal 85 eBooks für 0,99€. Man kann also sagen, dass die Buchdeals-Werbung tatsächlich fast so viel Einnahmen generierte, wie sie gekostet hat. Wir waren sehr zufrieden und werden den Dienst sicher noch öfter buchen.

 
2.       Lesen.net: Der Eintrag in den dreitäglichen Newsletter kostet schmerzhafte 350€, die Community ist jedoch auch eine der größten in Deutschland. Wir konnten in den drei Tagen 140 eBooks verkaufen. Parallel liefen jedoch auch eine Facebook-Kampagne und etwas Amazon-Werbung, sodass wir nicht genau sagen können, was Lesen.net allein erbracht hat. Allerdings wären auch 140 eBooks a 99Cent kein sonderlich gutes Ergebnis, wenn man die horrenden Kosten der Werbung betrachtet. Unser Fazit: sehr teuer und nur dann sinnvoll, wenn man unbedingt maximale Verkaufszahlen in einem bestimmten Zeitraum generieren will. Wir schließen nicht aus, dass wir den Service noch mal buchen werden, dann jedoch etwas gezielter im Verbund mit anderen Werbemaßnahmen.

 
3.       de.KindOfBooks.com: Ein kleiner Geheimtipp. Der Eintrag in den täglichen Newsletter ist kostenlos. Für ca. drei Euro wird ein Eintrag zu einem bestimmten Datum garantiert. Wer auch an Folgetagen Erwähnung finden will, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Wir konnten ca. 8-10 Verkäufe pro Tag über den Eintrag an fünf aufeinander folgenden Tagen generieren. Damit wurden auch hier die Kosten fast gedeckt. Hätten wir nur einen Tag genommen, wäre sogar ein kleiner Gewinn rausgesprungen.

 
4.       Facebook: Hier können wir nicht pauschal urteilen, denn Facebook ist nur eine Werbeplattform und kein Spezialanbieter für eBook-Werbung. Als Werbekunde ist man für die Anzeige komplett selbst verantwortlich. Der Erfolg steht und fällt mit der Auswahl von Bild und Text und natürlich mit dem richtigen Targeting (also der Definition der Zielgruppe). Wir haben recht gute Ergebnisse mit dieser Werbung erzielen können:

Etwas plakativ, zugegeben, aber effektiv: Ca. zwanzig Euro für 10-30 Verkäufe – pro Tag, versteht sich. Kosten pro Klick: ca. 0,28€

 
5.       Amazon: Auch AMZ ist eine Werbeplattform und kein Spezialanbieter. Man kann zwar Keywords definieren und sehr detailliert die Kosten pro Klick festlegen, sonst aber wenig eingreifen. Wenn das Cover nicht gut ist, wird es kaum jemand anklicken. Unsere Kosten pro Klick beliefen sich auf 0,44€. Kling viel, ist aber ein recht vernünftiges Ergebnis, wie ich durch Googeln herausgefunden habe.

Dass letztlich nicht jeder, der klickt auch kauft, sieht man der Kosten-zu-Umsatz-Ratio. Unser Buch müsste 4,3mal teurer sein, um Kostendeckung zu erreichen.

 
Zum Abschluss noch einmal zurück zu Facebook. Neben der professionellen Werbung haben wir uns auch am Social-Marketing versucht. Zwei Gewinnspiele haben uns insgesamt 350 Abonnenten beschert. Klingt nicht schlecht, ist es aber. Die Gewinnspiele waren bezüglich unseres Verkaufserfolges für die Katz: drei Tolinos im Wert von je 80€ und fünf Amazon-Gutscheine im Wert von insg. 50€ haben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit null Verkäufe generiert, denn 95% unserer Abonnenten gehören der Gruppe der (halb)-professionellen Gewinnspielteilnehmer an. Sie versuchen mit Online-Gewinnspielen ein Nebeneinkommen zu generieren. Ich kann das hier so frei von der Leber weg schreiben, da diese Leute meinen Artikel eh nicht lesen, obwohl er auf unserer Seite gepostet wird. Und, auch wenn ich mich darüber geärgert habe, war es von vornherein klar, dass die Wahl aller fünf Gewinner der Amazon-Gutschein sein wird und nicht unser signiertes Taschenbuch. Aus Fehlern lernt man.
 
Ich werde derartige Gewinnspiele sicher nicht mehr durchführen. Noch sicherer ist, dass ich nie mehr Amazon-Digitalgutscheine verschenken werde, denn das hat mir fünf Tage Ärger mit einem gesperrten Amazon-Zugangskonto eingebracht. Erst nach drei Telefonaten und eine Drohung, dass sie mich als Kunden verlieren, haben sie es wieder freigeschaltet. Die Software hinter dem Schutzmechanismus betrachtet das Kaufen von Gutscheinen für fremde Menschen offenbar als kriminellen Akt. So weit sind wir nun schon. Apropos: auch mit Facebooks Algorithmen habe ich schon Bekanntschaft machen müssen. Mein Werbekonto wurde für drei Tage gesperrt, ich weiß immer noch nicht warum, und "Der Kafir" wird regelmäßig aus dem Facebook Shop-Bereich geschmissen, weil das Produkt angeblich gegen Gemeinschaftsrichtlinien verstößt. Vermutlich liest eine KI den arabischen Kampfbegriff und hält das Buch für islamistische Propaganda.

Schöne neue Welt.



1 Kommentar
Durchschnittliche Bewertung: 114.0/5
FWH
2020-07-06 17:31:28
O je! 0,44 EUR je Klick bei Amazon ist viel zu hoch (ich habe etwa 0,10) und mache kaum Gewinn. Da sollten die Einstellungen doch geändert werden. Der ACOS sollte kleiner 100%, am besten sogar unter 70%, sonst zahlt man bei 70% Tantiemen drauf.
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