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Audiobooks

Abigail Rook Author
Veröffentlicht von in Allgemeines · 26 August 2020
Tags: Audiobook
Ich gebe zu, dass ich kein Freund von Audibooks bin. Ich kann einfach nicht viel mit vorgelesenen Büchern anfangen. Für lange Autofahrten erscheinen sie mir sinnvoll, doch all meine Versuche führten nach kurzer Zeit zu bleischweren Augenlidern. Ganz schlecht beim Fahren!
 
Natürlich weiß ich, dass ich nicht du bin. Und du bist vielleicht ein großer Fan von Audiobooks und kannst gar nicht genug davon kriegen. So wie viele andere auch. Der Audiobook Markt wächst rasant und hat sich aus dem Schattendasein zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für das Druckbuch entwickelt. Und deshalb interessiere ich mich eben trotzdem dafür - aus Verlegersicht quasi.
 
 
Das eBook hat seinen prophezeiten Siegeszug ja nie so ganz richtig erlebt, doch es hat dem Markt auf eine andere Art "gutgetan". Durch die fehlenden Druckkosten und den kostengünstigen Online-Vertrieb konnten plötzlich tausende Hobbyautoren auch mit Sparangeboten unter 3€ noch Geld verdienen. Drei Euro kann man schon mal in den Sand setzen, ohne sich zu sehr darüber zu ärgern - so denken viele eBook Käufer (und werden trotzdem viel zu oft enttäuscht).
 
 
Was also spricht dagegen, dass auch das Audiobook für die Selbstpublisher-Branche interessant wird? Amazon bietet mit ASX ja sogar einen Service an, der allen offensteht, ob Verlag oder Einzelkämpfer. Man muss sich nur vor ein Mikro setzen, auf die Record-Taste drücken und sein Buch vorlesen. Kann doch nicht so schwer sein, oder?
 
 
Nun, ich habe es noch nicht selbst ausprobiert und kenne somit das Ergebnis meines etwaigen Vorleseversuchs nicht. Aber ich kenne mich - und zwar ganz gut -, deswegen weiß ich mit Sicherheit, dass es weder mir noch irgendjemand anderem gefallen würde. Ich bin nun mal nicht David Attenborough. Noch nicht mal Tommy Piper. Meine Stimme ist, sagen wir es euphemistisch: scheiße.
 
 
Und eure wahrscheinlich auch. Das ist aber nicht schlimm, denn auch mit einer Scheiß-Stimme kann man was werden. Nur eben nicht Audiobook-Sprecher.
 
 
Die Lösung des Problems ist aber ganz einfach: man findet jemanden mit einer tollen Stimme, der das Buch vorliest! Aber Achtung: Mama ist in den meisten Fällen auch keine gute Wahl.
 
 
Was macht man aber, wenn man wie Kermit klingt und nur krächzende Freunde hat? Man engagiert jemanden und bezahlt ihn dafür! Heutzutage muss man dazu noch nicht einmal aufstehen. Ein Besuch der Fiverr Homepage reicht.
 
 
Fiverr ist ein amerikanischer Dienstleister, weswegen man vor allem englischsprachige "Voice-Over" Künstler findet, aber es gibt auch mehr und mehr internationale Angebote.
 
 
Ich habe mich mal kundig gemacht. Nur für euch - also ganz uneigennützig *hüstl"*. Mein Fazit: vergesst es. Auch die Freelancer von Fiverr wollen irgendwie über die Runden kommen. Die günstigsten bieten 500 Wörter für $30 an. Das wären bei 50T Wörtern $3000. Wer die Illusion hat, diese Investition durch Verkäufe wieder reinzubekommen, kennt den Selbstpublisher-Markt noch nicht.
 
 
Es gibt jedoch eine Lösung für dieses Dilemma. Zumindest eine, die dem armen Selbstverleger in naher Zukunft sehr kostengünstig Audiobücher produzieren lässt. Ich sprechen von der KI-gestützten Sprachsynthese. Jeder kennt Siri und Alexa und weiß, dass diese zwar irgendwie schon gut klingen, aber eben nur irgendwie. Wenn ich Alexa ein Buch aus meiner Kindle-Bibliothek vorlesen lasse, dann klingt das wie eine Parodie, denn die Intonation erinnert stark an die Vorleseübung im Film "Die Feuerzangenbowle" von 1944. Gelangweilter und ausdrucksloser geht nicht.
 
 
Alexa hat aber Konkurrenz bekommen. Viele Startups gehen gerade mit KI-gestützten Text-To-Speech Systemen auf den Markt. Ich habe mir kürzlich einige davon angeschaut - weil mich der Facebook-Werbungsalgorithmus besser kennt als ich mich selbst. Er wusste schon, dass mich das interessieren wird und hat die richtigen Filmchen eingeblendet. Am eindrucksvollsten fand ich den Service der Firma Speechelo.
 
 
Wer mal hören will, was aktuell so möglich auf diesem Gebiet ist, der sollte in das erste Kapitel von "The Kafir" reinhören - gesprochen von Billy Meisner, alias der Speechelo-KI (www.abigailrook.org/en)
 


 
Auch Billy betont noch nicht wirklich mitreißend, aber seine Aussprache ist perfekt. Die wenigsten würden hören, dass er kein Mensch ist. Ich wette, in zwei bis drei Jahren, kann eine KI auch mit guten "Voice-Over"-Talenten mithalten. Bis dahin muss das Audiobook von "The Kafir" noch warten. Aber: gut Ding will Weile haben. Gell?
 





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