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Wir schaffen das!

Abigail Rook Author
Veröffentlicht von in Allgemeines · 14 März 2020
Tags: Corona
Die Ruhe vor dem Sturm.

 
So fühlt es sich doch an, oder? Die Gefahr liegt in der Luft, aber man sieht sie nicht. Kaum jemand kennt einen Covid-19 Erkrankten. Verdachtsfälle gibt es einige, bestätigte Infektionen auch, aber Kranke kaum. Das wird sich aber ändern, und zwar bald.

 
Genug der Angstmacherei. Ich habe keine Sorge, dass es Deutschland wie Italien ergehen wird, denn es gibt Unterschiede (nicht nur in der Mentalität und der ökonomischen Stärke).  
Schauen wir zunächst nach den aktuellen Infektionszahlen und den bestätigten Todesfällen. Auffällig ist die niedrige Mortalität von Covid-19 in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern: aktuell 0,2%.  Italien liegt bei 8%, Frankreich und Spanien bei 2%, Großbritannien bei 1%.

 
Für diese Diskrepanz kann es verschiedene Ursachen geben. Die wahrscheinlichste ist, dass die offiziellen Zahlen der Infizierten in Deutschland realistischer sind als die in den anderen Ländern. Wenn man von 0,2% Mortalität von COVID-19 in einem nicht überforderten Gesundheitssektor ausgeht, dann läge die tatsächliche Zahl der Infizierten in Großbritannien bei 4000 anstatt 800 und in Frankreich bei fast 40000 anstatt 3600. Vermutlich liegt die Letalität des Virus bei 0,2-0,4% (WHO-Schätzung), also etwas doppelt bis viermal so hoch wie beim Influenza-Virus.

 
Wir haben also etwas mehr Zeit als andere Länder, um uns richtig vorzubereiten. Nicht viel, ein paar Tage vielleicht, aber mehr!

 
Sollte es jedoch zu einer Überforderung der Krankenhäuser kommen, dann stimmt diese Rechnung nicht mehr, denn dann werden Patienten, die z.B. eine Überdruckbeatmung benötigen, nicht mehr behandelt und sterben. Das führt dann zu einer deutlich höheren Mortalität. Die WHO schätzt 4%. Italien erlebt diese Krise gerade.
 
Unsere Aufgabe ist nun, die Krankenhäuser vor dieser Überflutung zu schützen. Im Vergleich zu Italien haben wir deutlich mehr Intensivbetten-Kapazität. Vor einigen Jahren waren wir hier sogar Weltmeister, wurden aber "gesundgeschrumpft" und liegen aktuell mit knapp 30 Betten pro 100-tausend Einwohner auf Platz zwei. Italien hat nur ein Drittel unserer Kapazität, Großbritannien weniger als ein Viertel. Außerdem gibt es in deutschen Krankenhäusern die ausgemusterten Geräte und Stationen noch. Unser Haus hat mehrere alte Beatmungsgeräte wieder in Betrieb genommen, um im Bedarfsfall die Intensivtherapieeinheit ausweiten zu können. Kleinere Krankenhäuser, die früher eine Intensivstation betrieben, werden ebenfalls noch die technische Ausstattung vorgehalten haben.

 
Ich komme zum Kern meiner kleinen Ausführung: es gibt in der Welt kein Land mit besseren Voraussetzungen, diese Pandemie zu meistern. Lediglich die USA hätten die Mittel dazu, scheitern aber mit Sicherheit an der Umsetzung, da sie seit drei Jahren führungslos und seit Angedenken unsozial sind. Wer keine Krankenversicherung hat, wird durch einen zweiwöchigen ITS-Aufenthalt ruiniert werden.
 
Also, Leute! Vertraut auf unsere Stärke, macht das, was die Experten vom RKI und der WHO empfehlen, dann stehen wir die Krise durch. Hört nicht auf Idioten, die diese Krise herunterspielen wollen. Blockt die Spinner, die Influenza für genauso oder gar noch gefährlicher als SARS-Cov2 und alle Vorsichtsmaßnahmen für übertrieben halten. Keine Regierung der Welt würde ihre Wirtschaft in einem derartigen Maße gefährden, wenn es nicht unbestreitbare Gründe geben würde.

 
Und vielleicht wird diese Pandemie auch etwas Gutes habe. Vielleicht wird es sich als günstig erweisen, so eine große Krankenhausdichte zu haben. Und vielleicht wird der ein oder andere kapieren, dass das Gesundheitswesen eine soziale Säule der Gesellschaft ist und nicht wie ein profitorientiertes Unternehmen funktionieren darf.

 
Ich beende den Text ganz unironisch mit einem berühmten Zitat einer Politikerin mit wenig Charisma aber viel Verstand:

 
Wir schaffen das!



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